Katzen, Salami und andere Gefahren kennen und vermeiden

Immer wieder taucht es in Gesprächen auf, das „Schreckgespenst“ Toxoplasmose: Manche behaupten, die Katze muss weg, sonst ist das Ungeborene in Gefahr ... andere warnen vor Salami und rohem Fisch, wieder andere sagen, das ist alles nur halb so gefährlich. Was ist eigentlich dran an den Gerüchten?

Zunächst mal: Diese Infektionskrankheit kann wirklich gefährlich für Ihr Baby sein. Bei einer Neuinfektion im ersten Drittel der Schwangerschaft besteht kaum Gefahr, weil die Plazenta noch relativ undurchlässig für die Parasiten ist. Im zweiten Drittel dagegen schon, im dritten wieder nicht mehr, weil die Inkubationszeit recht lang ist. Bei Ihnen selbst kann Toxoplasmose oft für eine leichte Grippe gehalten werden, sie kann aber (unbehandelt) schwere Auswirkungen auf das Ungeborene haben, vor allem auf Gehirn und Augen.

Wie Sie herausfinden, ob Sie gefährdet sind

Mit einem speziellen Test (den Sie meist selbst bezahlen müssen) können Sie feststellen lassen, ob Sie schon eine Toxoplasmose durchgemacht haben. In diesem Fall sind Sie nämlich immun und sozusagen „aus dem Schneider“. Bei Verdacht auf eine frische Infektion wird Ihnen Ihr Frauenarzt ein Antibiotikum verschreiben und weitere Behandlungen und Untersuchungen vornehmen. Damit kann praktisch immer verhindert werden, dass das Kind Schäden davonträgt.

Was Sie vermeiden sollten, wenn Sie noch nicht immun sind

Eines gleich vorweg: Wenn Sie eine Katze haben, brauchen Sie meist nicht auf Ihr geliebtes Tier zu verzichten, auch wenn Sie Toxoplasmose-negativ sein sollten. Reinigen Sie das Katzenklo täglich und nur mit Handschuhen, denn die Erreger werden erst frühestens nach einem Tag für Menschen gefährlich. Oder noch besser: Lassen Sie diese Arbeit von jemand anderem erledigen. Falls Ihr Garten als Katzenklo dient, dann essen Sie Gemüse von dort nur gekocht oder nachdem es tiefgefroren war, das tötet die Erreger ab.

Die größere Gefahr lauert jedoch in bestimmten Lebensmitteln. Meiden Sie während der Schwangerschaft rohes Fleisch, essen Sie alles nur gut durchgebraten. Auch tiefgefrorenes Fleisch ist ungefährlich. Gefahrenträger sind dagegen: Salami, geräucherter Schinken, Mettwurst, Teewurst (diese sind aus rohem Fleisch hergestellt) und besonders rohes Hackfleisch und Carpaccio.

Bei Fisch sollten Sie auf alle rohen, in Salzlake marinierten oder kaltgeräucherten Fischprodukte verzichten, beispielsweise Sushi, Salzheringe, Forellenfilets und Räucherlachs. Wenn Sie Lust auf Fisch haben, greifen Sie lieber zu Fischdauerkonserven oder pasteurisierten Fischerzeugnissen.